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Einladung zum 20. Heiligenstädter Kolloquium

Sehr geehrte Damen und Herren,
verehrte Kolleginnen und Kollegen,

die Erkenntnis über die Notwendigkeit der interdisziplinären Behandlung von wissenschaftlichen Fragestellungen einerseits sowie über das daraus resultierende Potenzial andererseits wächst erfreulicherweise weiter.

Die Heiligenstädter Kolloquien sehen seit 1982 ihre Aufgabe u.a. darin, den interdisziplinären Austausch zwischen Wissenschaftlern aus Forschung und Industrie zu befördern.

Ganz in diesem Sinn darf ich Sie daher im Namen des Instituts für Bioprozess- und Analysenmesstechnik vom

                    21. bis 23. September 2020

zum

                   20. Heiligenstädter Kolloquium
   „Technische Systeme für die Lebenswissenschaften“
                   

nach Heilbad Heiligenstadt einladen.

Mit dem Blick auf die Anwendungsgebiete Biotechnologie und personalisierte Medizin, hier insbesondere auf das Disease Modeling bitten wir Sie für das 20. Heiligenstädter Kolloquium um Ihre Beitragsmeldung zu folgenden Schwerpunkten:

  • Technische Systeme für die zellbasierte Kultivierung und Testung
  • Mikrofluidische Lab-on-a-Chip- und Organ-on-a-Chip-Systeme
  • Miniaturisierte Sensoren, Biosensoren und Messsysteme, hochparallele Detektion, intelligente Sensoren, Methodenkopplung
  • Smarte Materialien und Oberflächen für Anwendungen in den Lebenswissenschaften

Lebende Organismen realisieren im Vergleich mit technischen Systemen ihre verschiedensten Funktionen - beispielsweise den Stoffwechsel - mit bemerkenswert hoher Effizienz. Die Natur hatte genügend Zeit, im Lauf der Evolution optimierte Lösungen zu entwickeln. Eine davon sind fraktale Strukturen lebender Wesen, ihrer Organe, Zellen und Zellbestandteile. Das Fraktal, ist ursprünglich ein mathematisches Konzept, das 1975 von Benoît Mandelbrot (1924 -2010) eingeführt wurde und bezeichnet alle Objekte, die zu sich auf unterschiedlichen Größenskalen selbstähnlich sind. Die Theorie der Fraktale öffnet den Zugang in die reale Welt der rauen Oberflächen.

Es ist durchaus ein realistisches Nahziel technologischer Forschung und Entwicklung, derartige fraktale Konstruktionsprinzipien aus der Natur für die Optimierung technischer Systeme zu übernehmen. Damit lassen sich Grenz- und Oberflächen von Geweben und Organen und somit auch von 3D-Zell- und Organstrukturen in Disease-Modellen beschreiben. Ebenso lassen sich Oberflächen von technischen Materialien, beispielsweise von Elektroden, Sensoren, mikrofluidischen Systemen oder Implantaten, oder auch lange Polymere als fraktale Strukturen darstellen. Ihre Beherrschung ermöglicht dann die Maßstabsänderung von Systemen bei Aufrechterhaltung ihrer grundsätzlichen Funktion sowie ihrer Funktionsparameter.

Das Fraktal steht damit beispielhaft für die interdisziplinäre Verknüpfung von technischen und biologischen Systemen. Damit stellt es auch ein verbindendes Element zwischen den Schwerpunkten der Tagung dar und verdeutlicht darüber hinaus die wachsende mathematische Durchdringung der Natur- und insbesondere der Lebenswissenschaften. Daher möchten wir die o.g. Schwerpunkte insbesondere unter dem Gesichtspunkt fraktaler Strukturen betrachten und würden uns freuen, wenn Sie mit Ihren Beiträgen die Ausrichtung auf diesen besonderen Aspekt unterstützen.

Das Vortrags- und Posterprogramm wird ergänzt durch eine Gerätepräsentation. Die Präsentation von Forschungsergebnissen aus der Industrie ist explizit erwünscht.

In diesem Sinne lade ich Sie gern nach Heiligenstadt ein und bitte um Ihre Beitragsanmeldung.
Ich bin überzeugt, dass die historische Altstadt und das Flair von Heiligenstadt, aber auch unser Rahmenprogramm eine hervorragende Möglichkeit zur Diskussion neuester Forschungsergebnisse bietet und freue mich auf Ihre Teilnahme!

Prof. Dieter Beckmann
Institutsdirektor

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