Die Zwei-Photonen-Polymerisation ist ein Verfahren zur dreidimensionalen Mikro- und Nanostrukturierung. Das am Laser-Zentrum Hannover entwickelte Verfahren beruht auf der örtlich kontrollierten Aushärtung flüssiger Precursor (lichtempfindliche Harze) durch photochemisch getriggerte Polymerisation.
Im 2PP-Verfahren wird durch ein Objektiv langwelliges Laserlicht (NIR, 800 nm), für das die Precursor transparent sind, so stark gebündelt, dass im Fokus die Intensität der Strahlung ausreicht, um unter Ausnutzung des 2-Photoneneffektes und geeigneter Phootoinitiatoren eine radikalische Polymerisation und die Aushärtung des Materials zu erreichen. Nicht exponiertes Material wird anschließend ausgewaschen. Die Auflösung dieses echten 3D-Rapid Prototyping-Verfahrens liegt bei < 500 nm.
Die 2PP zeichnet sich in zweierlei Hinsicht durch besonders hohe Flexibilität aus:
a) Es existiert eine große Bandbreite hinsichtlich der vernetzbaren Materialien. Im Prinzip kann das ganze Spektrum der UV-vernetzbaren Photoresists auf Acrylatbasis auch mit der 2PP-Technik strukturiert werden.
b) Die computergesteuerte Strahlführung erlaubt auf der Grundlage von 3D-CAD-Modellen die Erzeugung dreidimensionaler Strukturen beliebiger Komplexität.
Beides macht die 2PP zu einem Verfahren zur Erzeugung von biokompatiblen und/oder bioabbaubaren dreidimensionalen hierarchischen Gerüststrukturen, die u.a. für die dreidimensionale Zellkultivierung im Bereich der Biomedizin (Tissue Engineering), pharmazeutischen Forschung und biotechnologischen Mikrosystemtechnik benötigt werden.









